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Frauen- und Männerrollen im Wandel

Frauen- und Männerrollen im Wandel – Solidarität in der Familie stärken

Inhaltsverzeichnis

Frauen- und Männerrollen haben sich in den vergangenen Jahrzehnten stark verändert. Das hat zweifellos einige positive Entwicklungen mit sich gebracht. Neue Freiheiten und Möglichkeiten können jedoch ebenso zu Konflikten und Überforderung führen. Es wäre wünschenswert, dass sich Mann und Frau auch generationsübergreifend stärker unterstützen. Frauen- und Männerrollen im Wandel – so gelingt mehr Solidarität in der Familie.

Im Vergleich zur Situation im mittleren und späten 20. Jahrhundert haben sich die gesellschaftlichen Rollen der Frau und des Mannes deutlich gewandelt. Neben den vielen Chancen, die sich dadurch ergeben, sehe ich in meiner alltäglichen Beratungspraxis auch Herausforderungen, die durch diese Veränderungen hervorgerufen werden.

Besonders auffällig sind dabei die Konflikte in der Beziehung zwischen Frauen meiner Generation, die in den 1950er- und 1960er-Jahren geboren wurden, und ihren Töchtern und Schwiegertöchtern. Spannungen treten häufig besonders deutlich zutage, wenn Enkelkinder geboren werden. Wie lässt sich das erklären und wie kann man mit dieser Situation am besten umgehen?

Frauen- und Männerrollen im Wandel: Großmutters Zeiten…

Es wird nicht gerne ausgesprochen: Doch viele Großmütter sind noch mit der Vorstellung aufgewachsen, dass Jungen mehr Wert haben als Mädchen. Und dass Frauen, sobald sie Mütter werden, zu Hause bei den Kindern bleiben sollten.

Diese tief verwurzelten Überzeugungen führen oft zu einem Mangel an Verständnis und fehlender Solidarität von Müttern gegenüber ihren Töchtern. Noch stärker ist das teils gegenüber Schwiegertöchtern, die in ihren Augen die geliebten Söhne „weggeschnappt“ haben.

Dadurch kommt es nicht selten zu Missverständnissen, Unzufriedenheit oder gar zu offenen Konflikten. Was die ältere Generation nicht sehen kann oder möchte: Die heutige Situation ist eine gänzlich andere als damals. Und das ist in vielerlei Hinsicht zu begrüßen.

Konflikte um Berufstätigkeit und Kinderbetreuung

Im Kontext der Berufstätigkeit kommt es vor diesem Hintergrund ebenfalls leicht zu Meinungsverschiedenheiten und Unverständnis seitens der besagten Mütter und Schwiegermütter.

Der Wunsch vieler gut ausgebildeter junger Frauen, nach der Elternzeit in den Beruf zurückzukehren, wird zwar oberflächlich toleriert. Wirklich wertgeschätzt oder praktisch unterstützt, wird der Plan aber in zahlreichen Fällen nicht. Die Gründe hängen ebenfalls mit den veränderten gesellschaftlichen Gegebenheiten zusammen.

Die Entscheidung, die Enkelkinder frühzeitig in die Kita oder Kindergarten zu geben, wird von den Großeltern oftmals kritisch betrachtet. Diese Kritik wird zwar selten offen geäußert. Sie schwingt allerdings als Vorwurf mit – besonders dann, wenn es in der jungen Familie zu Stress und Konflikten kommt.

Frauen- und Männerrollen im Wandel: die (Schwieger-)Söhne

Auch Söhne und Schwiegersöhne, die sich partnerschaftlich in das Familienleben einbringen, stehen oft im Konflikt mit den älteren Generationen. In der Generation der 1950er- und 1960er-Jahre waren die Väter häufig weniger familiär involviert.

Heutige Väter versuchen immer stärker, sich sowohl im Job als auch in der Familie bestmöglich einzubringen. Das ist in Deutschland, das in Bezug auf Gleichstellung vielerorts hinterherhinkt, keineswegs leicht. Junge Väter könnten das Verständnis und die praktische Unterstützung der Eltern oder Schwiegereltern gut gebrauchen.

Gerade in einer Zeit, in der die Aufgaben in der Familie gleichmäßiger zwischen den Geschlechtern aufgeteilt werden, ist jede helfende Hand von großem Wert. Da hilft es nicht, wenn in den älteren Köpfen noch die (vermeintlichen) Ideale der Vergangenheit dominieren.

Respekt und Wertschätzung für junge Familien

Es gibt Großeltern, die sich – nachdem sie ihre eigenen Kinder großgezogen haben – dazu entscheiden, ihre verbleibende Lebenszeit ausschließlich für sich zu nutzen. Wenn sie keine weiteren Verpflichtungen eingehen können oder möchten, ist das ihr gutes Recht.

Ganz gleich, wie stark sich die Großeltern einbringen, ist eines wichtig: Dass sie der jungen Familie eine wertschätzende und respektvolle Haltung entgegenbringen. Anerkennung für deren Leistungen als Eltern in dieser komplizierten und komplexen Welt ist essenziell, auch wenn deren Lebensentwurf sich von dem eigenen unterscheidet.

Natürlich sollte auch die jüngere Generation versuchen, die Perspektiven der eigenen Eltern zu verstehen. In meiner Paar- und Familienberatung versuche ich daher, durch Gespräche und Übungen zum Perspektivwechsel anzuregen. Dadurch lassen sich unnötige Konflikte vermeiden und manche Standpunkte als grundlegend anders anerkennen.

Fazit: Frauen- und Männerrollen im Wandel

Der Generationswechsel bringt sowohl Herausforderungen als auch Chancen mit sich. Wichtig ist, dass ein Dialog zwischen den Generationen gefördert wird, um gegenseitiges Verständnis und Respekt zu stärken. Es ist nicht sinnvoll und hilfreich, alten Zeiten hinterherzutrauern, die im Hier und Jetzt nicht mehr Gültigkeit haben. Gleichzeitig ist es durchaus empfehlenswert, der älteren Generation zuzuhören – denn ein weiterer Blickwinkel kann nie schaden. Nur so können (Groß-)Familien in einer sich ständig wandelnden Welt zusammenhalten und gemeinsam wachsen.

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